Monatsnotizen | Januar

Monatsnotizen | Januar

Ist es nicht ein bisschen frech, dass wir einfach schon wieder einen vollen Monat im neuen Jahr angekommen sind? Ich habe im Januar sieben Mal die falsche Jahreszahl auf die Seiten meiner Notizbücher geschrieben und zehn Mal innerlich die Augen verdreht, wenn ich Menschen viel zu spät noch „Ein frohes neues Jahr“ gewünscht habe. 

Aber der Monat hatte auch ganz viel Wertvolles – und es hat in mir den Wunsch geweckt, einen wiederkehrenden Monatsrückblick auf diesem Blog zu verfassen. So kann ich meinen Monat reflektieren, und ihr bleibt am Puls dessen, was mich gerade begeistert, bewegt und ins Grübeln bringt. Unten im Beitrag findet ihr außerdem meine Monatsfavoriten als Empfehlungen für euch!

Also: willkommen zu meinem allerersten Monatsrückblick!

 

Im Dezember 2025 war ich noch wie gelähmt. Das Jahr war voller innerer Konflikte für mich, und ich hatte mit einer starken Sinnkrise und einer damit einhergehenden Schreibblockade zu kämpfen. Neben diesen identitätsstiftenden Themen hatte ich, mit Blick aufs neue Jahr, ehrlicherweise auch persönliche und finanzielle Ängste.

 

🥀 Wenn das altbekannte wegbricht...

Bis zuletzt sind Möglichkeiten immer auf mich zugerannt gekommen. Das war eine sehr privilegierte Position, denn ob Verlag, Kooperationspartner oder Konzertanfragen – sie alle kamen in mein Postfach geflogen, statt dass ich mich je hätte bemühen müssen. Doch für 2026 steht (aufgrund meiner langen Schreibblockade) bisher kein Buchprojekt an. Mit der Kooperationsarbeit habe ich Ende 2024 aufgehört, weil sich das ständige Selbstmarketing für mich nicht gut angefühlt hat. Und mit Annas Entscheidung, keine Poetry-Konzerte mehr zu machen, wird auch diese Einnahmequelle im März für mich enden. Womit würde ich 2026 meine Zeit verbringen? Und auch: womit mein Geld verdienen?

Durch ein Gespräch mit meiner Cousine durfte ich im Dezember Freiheit von der nagenden Angst entwickeln, mir vielleicht kein Gehalt ausschütten zu können. Dieser innere Prozess ist Stoff für einen eigenen Beitrag. Fest steht: Er führte dazu, dass ich mutig neue Dinge ausprobierte, mich an diesen Blog wagte und zum ersten Mal wieder ganz für mich über Themen schrieb, die nicht der Arbeit dienten oder algorithmusorientiert waren. Ich machte etwas für mich, statt „für die Arbeit“ oder „für das Geld“.

 

🌹 ...dann kann was neues aufbrechen!

Heute spüre ich eine große innere Veränderung zu meinem Zustand im Dezember. Im Januar war ich proaktiv statt passiv, und es fiel mir zum ersten Mal wieder leicht, ungebunden von Menschenfurcht oder finanziellen Ängsten zu kreieren und zu schreiben – und dann auch zu teilen. Ich merke, dass nicht nur die Schreibblockade fällt, sondern dass ich Grundlagen für Neues legen durfte. Ich habe zum Beispiel erste Gespräche mit tollen Musiker/innen geführt, mit denen ich dieses Jahr gerne auftreten würde. Ich habe meinem Online-Auftritt einen neuen Anstrich gegeben. Und dann habe ich sogar den ersten Schritt auf meinen Verlag zugemacht, statt zu warten, bis sie sich melden. Ein Gespräch für einen neuen Adventskalender 2026 findet nächste Woche statt!

Für mich fühlt es sich an, als wäre ich lange im Dunkeln getapst – und hätte diesen Monat meine Nase zum ersten Mal wieder Richtung Sonne gereckt. Dafür waren viele Gebete, Tränen und Reflexionsarbeit nötig – aber das Ende des Tunnels ist in Sicht, und ich renne voller Freude darauf zu. Ich bin im Aufbruch. In meinem Inneren brechen Themen auf, und in meinem Umfeld brechen Möglichkeiten auf – das macht mich sehr vorfreudig auf den Februar!

 

 

 1. Neid kann töten – oder inspirieren

Ich hatte einen schmerzlichen Abend, an dem ich den Erfolg einer anderen Dichterin sehr beneidete und meine eigene Arbeit im Licht ihres Erfolgs kleinmachte. Doch ich durfte erkennen, dass sie mir keine Gefahr, sondern ein Vorbild sein kann, und konnte meinen Neid in Inspiration umwandeln. Indem wir weder uns selbst noch den kleinmachen, den wir beneiden, geben wir uns Raum, aneinander und miteinander zu wachsen. Davon will ich mehr in meinem Leben!

 

2. Man sollte seinen Keller öfter als alle sieben Jahre ausmisten

Ich habe begonnen, unseren Keller auszumisten, und nach zwei Fahrten zum Wertstoffhof und einem immer noch zweiten vollen Kellerraum kann ich sagen: Schieb es nicht vor dich her. Es wird leider nicht weniger, wenn man es ignoriert 🥹 …und im Zusammenhang damit:

 

3. Ich habe den Wert der Müllabfuhr zu schätzen gelernt:

Ich habe an ein und dem selben Tag sowohl zum ersten Mal erlebt, wie die Tannenbaumabholung in Deutschland funktioniert (wir hatten vorher noch nie einen echten Baum) als auch, was für ein tolles Wertstoffhof-System wir haben. Seit diesem Tag denke ich mindestens einmal täglich darüber nach, wie unendlich dankbar ich für unsere Infrastruktur und auch unsere Müllabfuhr bin – und fahre nun voller Geduld hinter Müllwagen her, statt mich von ihrer Langsamkeit stressen zu lassen. Wir sind uns gar nicht bewusst, wie gut wir es haben. 


 

 

 

 

 

 

Für mich war es diesen Monat sehr schwer, viel Zeit krank zu Hause verbringen zu müssen – und dabei gnädig mit mir zu sein. Mein Jahr begann mit einem unschönen Magen-Darm-Tag, und nur eine Woche später lag ich erneut mit fiebriger Grippe flach. Wegen des anstehenden Konzerts habe ich fünf Tage lang so stark geruht und so viel Tee getrunken, dass ich Olympiasiegerin geworden wäre, wäre Auskurieren eine olympische Disziplin :D Das Ziel, auftreten zu können, hat mir geholfen, das Ruhen als aktiven Teil der Regeneration statt als Zeitverschwendung zu sehen. Trotzdem merke ich immer wieder, wie ungnädig und ungeduldig ich mit mir bin, wenn ich krank bin – obwohl mein Körper eine eindeutige Sprache spricht. Ich tue mich schwer, Dinge ohne Schuldgefühl abzusagen, und eigene Ziele zu verpassen.

Ich huste immer noch. ABER ICH WILL ENDLICH WIEDER TENNIS SPIELEN. Manno.

 

 

 

1. Überraschungsbesuch am Dienstagabend

Am Dienstagabend um 18:15 Uhr klingelte es an meiner Tür. Ich saß mit Kirschkernkissen im Nacken auf dem Sessel und arbeitete – als eine befreundete vierköpfige Familie im Flur stand. „Sind wir verabredet?“, fragte ich überrascht. „Ähm, ja?“, kam die verdutzte Antwort. Mein Mann - der die Verabredung ausgemacht hatte - war nicht zu Hause, und ich war dezent überfordert :D Nach einem Handy-Check wurde klar: Sie hatten sich im Monat geirrt, und wir wären erst im Februar verabredet gewesen. Doch als hätte Gott es gewusst, hatte ich mittags eine viel zu große Nudelpfanne gekocht. Also aßen wir spontan zusammen halbwarme Nudeln, die Kinder bestaunten die Katze und wir lachten über dieses Missverständnis. Mir geht das Herz bei der Erinnerung auf. Ich freue mich, dass mein Perfektionismus meiner Gastfreundschaft nicht im Weg stand. Genau so, wie es war, war es gut.

2. Eine Tankstellenfreude 

An Packtagen bringe ich kleinere Pakete zum Briefkasten, größere gebe ich bei der DHL-Annahme der Tankstelle im Ort ab. Die Mitarbeiterinnen dort sind immer unglaublich freundlich, und wir haben schönen Smalltalk. Heute wollte ich nach der Abgabe noch einen Kaffee für die Heimfahrt kaufen. Die Verkäuferin entschuldigte sich: Die Maschine war schon aus. Ich kaufte stattdessen Wasser und sagte lobend beim Gehen: „Der Kaffee bei Ihnen ist einfach immer so lecker.“ Da reichte sie mir eine kleine Karte: „Fürs nächste Mal – damit bekommen Sie einen kostenlos.“

Es war nur eine kleine Geste zwischen Tanksäulen und Energy-Drinks. Aber es hat mein Herz sehr erwärmt!

 

3. Ein freier Parkplatz 

An einem Abend fuhr ich zum Hauskreis nach Bonn. Nach der ohnehin langen Fahrt ist es dort immer schwer, einen Parkplatz zu finden. Ich drehte mehrere Runden um den Block und wusste mir irgendwann nicht mehr zu helfen, als mich ins Halteverbot zu stellen. Dabei habe ich jedes Mal Angst, dass mich gleich jemand anmeckert. Und prompt hielt ein kleiner Transporter neben mir, und der Fahrer deutete energisch, ich solle das Fenster runterlassen.

Müde folgte ich der Aufforderung – in Erwartung eines Rüffels. Stattdessen sagte er freundlich: „Ich hab hinten einen Parkplatz frei gemacht, hier um die Ecke und gleich links. Holen Sie sich den schnell.“ Es war so eine kleine, unerwartete Freundlichkeit. Und ich bin mit einem Lächeln zum Hauskreis gegangen.

 

 

Ich durfte Gottes Treue diesen Monat mehrfach ganz real erleben. Zum einen darin, wie wundersam meine Stimme über Nacht, pünktlich zum Auftritt, wiederhergestellt wurde – obwohl ich zwei Tage vorher noch furchtbar kratzig klang. Das Konzert nicht abzusagen war ein Vertrauensschritt. Ich habe Gott gesagt: „Noch huste ich und kann nicht sprechen. Ich vertraue dir, aber du musst mich dann auch bühnenready machen.“ Und er tat es. Sogar so sehr, dass ich während meiner Sprechpassagen nicht einmal husten musste – sehr zur Freude meiner Zuhörerschaft.

 

Außerdem durfte ich es als Führung erleben, dass mich vor wenigen Tagen ein Bekannter bat, einen Text zum Thema ME/CFS für seine Schwester zu schreiben – eine Erschöpfungskrankheit, mit der ich bisher wenig Berührung hatte. Ich sagte ihm, ich würde versuchen, mehr darüber zu lernen, um die Lebensrealität der Betroffenen besser zu verstehen. Und am selben Tag erreichte mich die Mail einer Followerin, die ebenfalls an ME/CFS erkrankt ist und mich bat, ein Gedicht von ihr zu lesen. Es wartet nun in meinem Postfach, und ich finde es so schön, dass Gott mir immer die richtigen Personen zur richtigen Zeit schickt. Ich glaube fest, dass er uns hilft, empathisch füreinander zu sein, wenn wir ihm Raum geben, unsere Herzen zu weiten. Er vergisst niemanden.

 

 

Für den Februar stehen viele besondere Reisen an. Nach dem inneren Aufbruch im Januar breche ich sozusagen auch in die große, weite Welt auf 😊 Nächste Woche darf ich Teil einer kleinen Autorinnen-Gruppe sein, die gemeinsam Urlaub an der Nordsee macht. Ich freue mich sehr auf den Austausch dort und darauf, von anderen Frauen lernen zu dürfen.

Kurz darauf geht es schon zum Willow-Kongress, wo ich vermutlich eine der größeren Bühnen meiner Karriere betreten darf – was mich ehrfürchtig und auch aufgeregt macht. Beim Willow gebe ich am 13.2. neben meinen Auftritten übrigens auch eine Signierstunde und freue mich, vielen von euch begegnen zu dürfen. Tickets könnt ihr euch also gern noch hier holen! Und dann gibt es noch unser vorletztes Poetry-Konzert in Karlsruhe, auf das ich mich sehr freue.

Neben den ganzen Reisen bleibt leider nicht viel Raum für Privates. Ich habe mir aber vorgenommen, nicht ständig mit dem Kopf „am nächsten Ort“ zu sein, sondern mich bewusst auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und es zu genießen. Ich hoffe, das gelingt!

 

 

Das war's mit meinem Rückblick! Hier am Ende will ich dir einfach noch ein paar Sachen mitgeben, die meinen Januar bereichert haben.

 

  • YouTube-Kanal von Caroline Winkler
    Ich versuche gerade, mein Wissen im Bereich Einrichtung und Interior Design zu erweitern, weil ich so gern besser darin wäre, ein schönes Zuhause zu erschaffen. Carolines Videos habe ich vor einer Woche entdeckt – seitdem klicke ich ständig noch eins und noch eins an. Lustig, smart und trotzdem bedacht im Kaufen und Gestalten. Lieben wir!

  • Rooibos-Chai von Pano
    Ich habe diesen Monat Chai mit aufgeschäumter Milch für mich entdeckt! Meinen Lieblingstee gibt es leider nur hier im Café vor Ort, obwohl ich einen Link für euch gesucht habe... Es ist ein Mix aus Rooibos, Zimt, Kardamom, Ingwer, schwarzem Pfeffer, Nelken und noch irgendwas – I'M OBSESSED. Trinke aktuell jeden Abend einen und zelebriere das richtig! 

  • Mein neues Journal von Paper Republic
    Mein Mann hat mir zu Weihnachten diesen Notizbucheinband geschenkt, in den man mehrere Notizbücher gleichzeitig einbinden kann. So smartes Konzept – und ich freue mich jeden Tag, meine ganze Notizbuchsammlung an einem Ort zu haben. Große Empfehlung! 

    Ich habe den "grand voyageur" in XL.

  • Wrap-Buffet für spontane Partys
    Wir haben diesen Monat kurzfristig 25 Menschen zu Daniels Geburtstag eingeladen und hatten null Zeit zum Kochen. Unsere Lösung war ein Wrap- & Taco-Buffet. Viel geschnippeltes Gemüse, Chili con Carne, frische Guacamole – fertig. Jeder wurde satt, und es war ein voller Erfolg! An dieser Stelle: DANKE INES für den Tipp! 🥰


Und eine kleine Zusatzempfehlung zum Schluss:
Meine Newsletter-Abonnenten bekommen bei neuen Blogeinträgen sofort eine Mail-Benachrichtigung – und zum Monatsende schicke ich ihnen zusätzlich meinen Lieblingsquote oder mein Lieblingsgedicht des Monats. Wenn das für dich schön klingt, melde dich gern an. Dann hören wir uns dort - oder auch hier - bald wieder :-)

 

 

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9 Kommentare

Liebe Sarah, vielen Dank für deinen Blogbeitrag.
Wenn du ein Gedicht über ME/CFS schreibst, fände ich es schön, wenn du es veröffentlichen könntest. Ich bin selbst betroffen und es verändert ein Leben radikal, auch je nach dem, wie schwer man betroffen ist.
Es freut mich in der Mail zu lesen, dass dieses Jahr wieder ein Adventskalenderbuch herauskommt. Ich habe alle drei gelesen und mich jeden morgen drauf gefreut, ein Türchen zu öffnen. So manch ein Gedicht hat mich bewegt.

Katrin

Liebe Sarah,
du schreibst, wie immer so wunderschön ehrlich und authentisch, das mag ich an dir, ob hier auf deinem neuen Blog oder auch auf Instagram 🥰 Freue mich weiterhin von dir zu hören und zu lesen. Sei gesegnet 🤗

Angelika

Heii liebe Sarah
Danke das Teilen deines echten Lebens hat mir gerade ein Lächeln auf meine Lippen und ins Herz gezaubert. Danke fürs Teilen und einrichten dieses Blogs.
Liebe Grüsse Christine aus der Schweiz

Christine

Liebe Sara Marie, deine Mitteilungen haben mich ermutigt, für dieses neue Jahr viel von Gott zu erwarten, IHN ganz neu kennen und lieben zu lernen, wie ich IHN bisher nicht kannte.Danke dir herzlich!

Heidemarie

Liebe Sarah,
vielen Dank, dass du uns jetzt die Gelegenheit gibst, deine vielen wunderbaren Texte & Facetten unabhändig von Big Tech Algorithmen lesen zu können.
Ich wünsche dir viel Segen für all deine Begegnungen!
Liebe Grüße, Julia

Julia

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