Ich schreibe ein neues Buch! (Über Olympia?)
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Während diese Zeilen online gehen, sitze ich gerade in einem Auto auf dem Weg zu einer Wasserskischanze in der Schweiz. Das ist jetzt eine eher merkwürdige Information... Ich finde aber, sie ist einen Blogartikel wert, weil damit ein Projekt beginnt, das in den nächsten Monaten viel Raum in meinem Leben einnehmen wird. Und ich möchte euch gerne erzählen, wie es dazu kam:
I have a dream!
Wer mich und meine Gedankenkarusselle regelmäßig auf Instagram verfolgt, der weiß, dass in mir immer mal die Sehnsucht nach neuen Formen des Schreibens aufsteigt. Jedes Mal, wenn ich diesen Blog oder meinen Newsletter mit persönlichen Worten fülle, bin ich irgendwie sehr glücklich. Neben dem Gedichteschreiben (was ich liebe!!!) schreibe ich so gerne auch einfach mal frei heraus. Fließtexte, in denen ich lange Geschichten erzählen darf und Gedanken wirklich ausführen kann. Und darum kam mir (und auch vielen von euch) schon oft der Gedanke, dass es so schön wäre, irgendwann mal ein richtiges Buch zu schreiben. Mein ehrliches Problem ist nur: Ich habe keine Idee für eine Geschichte. Keine einzige. Die einzigen Male, in denen ich wirklich Feuer dafür fing, eine Geschichte zu erzählen, waren die, in denen ich einen anderen Menschen über sein echtes eigenes Leben sprechen hörte.
Ich finde, Lebensgeschichten haben etwas unfassbar faszinierendes an sich, weil sie real sind. Darum habe ich schon öfter gedacht, dass es vielleicht eine schöne Sache wäre, irgendwann mal eine Biografie zu schreiben. Über meine Oma zum Beispiel. Oder über meinen Mann Daniel, denn dieses Energiebündel lebt in einer Woche gefühlt ein ganzes Leben! Letztendlich ist meine Oma aber eben meine Oma, und mein Mann eben mein Mann. Es wäre die Frage, ob ihre Geschichten für andere Menschen genauso interessant wären wie für mich selbst... Doch vielleicht schreibe ich ihre Geschichten wirklich irgendwann mal auf, und wenn es nur für uns als Familie ist. Für euch jedoch schreibe ich jetzt erst mal die Geschichte einer anderen Person auf: Und zwar die von Emma Weiß. Mit dieser besonderen Frau verbindet mich meine große Liebe zum Sport. Und vor allem meine große Liebe zu Jesus!

Ich glaube, die Welt hat so viele Geschichten zu erzählen.
Wie es dazu kam
Persönlich kennengelernt habe sich Emma und ich im März diesen Jahres, auf einer Freizeit, bei der mein Mann als Bibelschullehrer arbeitete. Ehrlichgesagt kannte ich sie, wenn auch einseitig, schon seit Februar. Da lief nämlich die Winterolympiade, bei der ich 24 Stunden am Tag vor meinem Fernseher saß und voller sarahlicher Hingabe jeden nur erdenklichen Wettkampf verfolgte. Jubelnd, schreiend, leidend, zitternd… Ihr wisst, wie es ist. Emma war mir beim Fernsehschauen aufgefallen, weil sie nach ihrem Sprung im Aerials-Finale „Thank you Jesus!“ in die Kamera gerufen hatte. Die ARD brachte einen Vorstellungsclip über sie, der von Emmas Glauben erzählte - und für mich als Christin ist das dann immer so, als würde ich gerade ein neues Familienmitglied kennenlernen. Ich folgte ihr darum auch auf Instagram und war sehr beeindruckt davon, mit welcher Hingabe und Offenheit sie in den Medien über ihre Geschichte mit Gott sprach. Und vor allem davon, dass sie als einzige deutsche Aerials-Springerin überhaupt bis ins olympische Finale gesprungen war. Das war eine extrem starke Leistung.
Damit, sie dann bald in echt zu treffen, hätte ich jedoch nicht gerechnet. An einem von Daniels Vortragsabenden besuchte ich seine Unterrichtsstunde und wurde von unserem Freund David begeistert an der Türe abgefangen: „Sarah, hast du schon mal eine echte Olympionikin getroffen?“, fragte er mich strahlend. Das hatte ich nicht. Aber ich hatte schon oft gesagt: „Ich würde so gerne mal jemanden treffen, der bei Olympia war. Ich würde so gerne wissen, was einen Menschen ausmacht, der sein ganzes Leben absoluter Höchstleistung verschreibt.“ Als er da also mit strahlenden Augen vor mir stand, begann ich selber zu strahlen. „Nein“, grinste ich, „warum?“. „Hier ist eine, die gerade bei Olympia in Mailand und Cortina war“, flüsterte er. „Emma Weiß?“, fragte ich sofort. „Ja! Die!“, sagte er.
David deutete mir an, ihm zu folgen, und kurze Zeit später befand ich mich in meinem ersten Gespräch mit einer echten Olympionikin. Emma war herzlich, total offen und wir kamen schnell ins Gespräch über die Medienszene und auch die Buchbranche, weil sie die frische Anfrage für ein autobiografisches Buchprojekt auf dem Tisch hatte. Sie war sich noch unsicher - nicht nur über ihre eigene Rolle in dem Projekt, sondern auch über die Konditionen, die bei einem solchen Buch fair wären. Wir verabredeten uns zu einem längeren Gespräch beim Abendessen, und hatten den Abend über einen richtig guten Austausch, bis ich mich wieder auf den Heimweg machte. Ich wusste, dass Emma nach der Zeit erstmal weiter in ein französisches Kloster fahren wollte, um dort eine Auszeit von ihrem Hochleistungs-Marathon der letzten Monate zu machen. Gedanken sortieren, die Medienwelt ausknipsen und einfach mal nicht erreichbar sein war ihr Plan… Umso überraschter war ich, als ich wenige Wochen später eine Karte auf meinem Bürotisch liegen hatte. Eine Karte von Emma!
Meine erste Projektanfrage per Postkarte
Diese Karte hat mich wirklich gerührt. Denn statt eine schnelle E-Mail zu tippen oder mir kurz eine Instagram-DM rüberzusenden, hatte Emma mir handgeschriebene Zeilen verfasst: „In den letzten Tagen hat Gott mir immer wieder aufs Herz gelegt, dich zu fragen, ob du meine Biografie schreiben möchtest“, schrieb sie mir. Und dass sie „überhaupt keinen Druck“ auslösen wolle, aber ich könnte das ja mal mit ins Gebet nehmen und auf mich wirken lassen.
Ich saß sprachlos vor dieser Postkarte und war innerlich mit einem Mal ganz aufgeregt, und auch ein bisschen überfordert. Ich hatte gerade das Manuskript für meinen diesjährigen Adventskalender abgeschickt, und war nun erstmal ohne Buchprojekt. Mein erster Impuls auf Emmas Frage war darum kein: „Nein, auf keinen Fall“, sondern eher ein: „Wow, was für eine tolle Möglichkeit, meine Leidenschaften zusammenzubringen“. Ich hatte ja schon öfter gedacht, dass Biografien ein schönes Feld für mich wären, mich aber eben noch nie weiter daran gewagt. In mir blieben also zwei Gefühle: Freude über die Möglichkeit und Respekt, weil ich wusste, dass ich konkret so etwas noch nie gemacht hatte. Und Sachen, die ganz neu für mich sind, machen mir auch immer erstmal ganz schön Angst.

So sieht es übrigens aus, wenn Emma ihren Sport macht. Da hätte ich persönlich ehrlich auch ganz schön Angst (Foto: Productions LastDrive)
Meine Angst vor dem Scheitern
Ich trage die ehrliche Angst in mir, zu scheitern. Weil diese Angst so groß ist, bleibe ich immer gerne bei den Dingen, von denen ich schon weiß, dass ich sie schaffe. Einen Gedichtband? Schaffe ich. Ein Andachtsbuch? Hab ich schon mal hinbekommen, ja. Aber ein ganzes Buch... und dann noch, aus der Perspektive eines anderen Menschen geschrieben - so nah, als hätte ich das Leben dieser Person ein Stück weit selbst gelebt? Das kam mir erstmal ganz schön groß vor, mit ganz viel Scheiter-Potential. Aber es machte mich auch sehr neugierig.
Ich teilte meine Gedanken ehrlich mit Emma, und es folgten viele Wochen und Monate des Bewegens und Umbetens dieser neuen Möglichkeit. Aber anstatt dass sich Angst oder Ablehnung in mir breit machte, wie ich es von anderen Projekten in der Vergangenheit kannte, wuchs ein Gefühl der Vorfreude heran. Das erste Verlagsgespräch lief gut, und immer mehr stellte sich das Gefühl ein, dass dieses Buch der nächste Schritt für mich sein könnte.
Und jetzt geht es los
Also ja. Nun sitze ich in meinem Auto auf dem Weg nach Albstadt. Ich werde Emma zuhause besuchen und mir zum ersten Mal den Wohnort der Person anschauen, zu deren Leben ich in dem nächsten halben Jahr über zweihundert persönliche Seiten verfassen darf. Wir werden in die Schweiz fahren, damit ich die Zusammenarbeit mit ihrem Vater als Trainer miterleben darf und mir anschauen kann, was für waghalsige Sprünge die Aerials-Springer Tag ein, Tag aus vollführen. Ich habe vor, diesen Sport - der übrigens unfassbar beeindruckend ist, aber bisher in Deutschland erschreckend wenig Aufmerksamkeit bekommen hat - in jeder Hinsicht zu studieren. Und ich möchte Emmas Leben kennenlernen, um ihre Geschichte für euch dann in erlebbare, fühlbare Worte kleiden zu können.

Es ist mir eine große Ehre, diese Rolle einnehmen zu dürfen. Dass Emma dieses Vertrauen in mich setzt, und Gott mich ihr aufs Herz gelegt hat, macht mich dankbar. Ich darf eine Geschichtenerzählerin werden und das tun, was ich liebe: Schreiben! Über Sport! Über Glauben! Und über Träume, die wahr werden. Passend zu diesem Blog also ganz schön facettenreich. Passend zu mir. Für mich ist das auch ein kleiner Traum, der wahr wird, und ich bin sehr gespannt, was dieser Projektverlauf an Herausforderungen und Wachstumschancen mit sich bringt. Ich bin mir sicher, ihr werdet davon erfahren, sobald ich sie durchlebe :-)
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3 Kommentare
Wow… das kann ich mir sooo gut vorstellen!!
Allein schon, wie Gott euch zusammengeführt hat u die Geschichte angefangen hat zu schreiben, ist großartig 🥹🥹!!
Da kann das Buch nicht anders werden! 🫶
Wie wunderschön die Situation(en), die so gut zusammenpassen und wie mutig du bist, das Projekt zu wagen und sie, es dir anzuvertrauen! Alle Daumen sind gedrückt! :)
Ich freu mich so sehr für dich und bin gespannt. Ich liebe deine Gedanken, die zu Texten werden und deine vorgelesen Gedichte sind für mich wie eine warmherzige Umarmung. Hab dich lieb